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Consumer-Produkte
Zeitungsmarkt setzt nach verlustreichem Jahr verstärkt auf Digitalstrategien
Die Einbrüche im Werbemarkt im Jahr 2009 haben die Zeitungen als größte Werbeträger besonders hart getroffen: Sie verzeichneten im Anzeigengeschäft ein Minus von 15,9 Prozent (700 Millionen Euro).



Zwar konnten sie das Ergebnis durch die positive Entwicklung der Vertriebsumsätze (+2,3 Prozent / 101 Millionen Euro) teilweise ausgleichen, doch das Gesamtergebnis fiel mit -7 Prozent (ca. 640 Millionen Euro) dennoch negativ aus. Der Gesamtumsatz 2009 lag bei 8,46 Milliarden Euro. Diese Zahlen legte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf der gestrigen Jahrespressekonferenz in Berlin vor.

Angesichts der Entwicklungen sind neue Konzepte von besonderer Bedeutung. Die Zeitungsverlage setzen daher auf digitale Strategien. „Elektronische Lesegeräte gehören zu den Hoffnungsträgern der Zeitungsbranche“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des BDZV, Dietmar Wolff. Die Branche sieht vor allem Chancen durch das iPad von Apple und arbeitet nun intensiv an Inhalten, Design und Vermarktungsmodellen.

Es geht nun darum, mit den externen Plattformanbietern zu verhandeln, denn die Verlage „wollen auf den neuen digitalen Plattformen die Beziehung zu ihren Kunden behalten und die Verkaufspreise für ihre Produkte ebenso selbst bestimmen wie die Entwicklung des Anzeigengeschäfts“, betonte der Leiter Kommunikation + Multimedia des BDZV, Hans-Joachim Fuhrmann. Wichtig sei, dass die Verlagsangebote ohne technische Hindernisse möglichst auf allen attraktiven Plattformen und Endgeräten präsentiert werden könnten. Vorstellbar seien auch Kooperationen von Verlagen zur Einrichtung eines E-Kiosks für Presseprodukte.

Mit Blick auf die Diskussion um Bezahlinhalte im Internet verwies Wolff auf jüngste Studien und auch Verlagserfahrungen im Markt, nach denen Nutzer durchaus bereit seien, für attraktive und exklusive Inhalte zu bezahlen. In diesem Zusammenhang kritisierte er die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bzw. deren gebührenfinanzierte Onlineauftritte wie „tagesschau.de“ und „heute.de“: „Es ist ein Skandal, dass die Rundfunkräte den presseähnlichen Angeboten grünes Licht geben und den Drei-Stufen-Test damit zur Farce machen“, so Wolff. Die Zeitungsverleger würden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden juristischen und politischen Mitteln Front gegen diese Praxis machen.

Angesichts der politischen Diskussionen über eine mögliche Veränderung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes plädierte Wolff dafür, den Mehrwertsteuersatz für Presseerzeugnisse bei sieben Prozent zu belassen. „Zeitungen sind wie Lebensmittel“, begründete er seine Einstellung. „Sie sichern die Teilhabe und den Diskurs in einer pluralistischen und demokratisch verfassten Gesellschaft.“

Autorin:
VISAVIS-Redaktion Cornelia Hornschild

Weitere Informationen unter:
www.bdzv.de [14.07.2010, ]


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