| Studien Conflict Barometer 2007 |
Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) hat mit dem „Conflict Barometer 2007“ die aktuellen Daten und Analysen zum diesjährigen globalen Konfliktgeschehen vorgestellt. Unter den 328 beobachteten Konflikten befinden sich 130 gewaltsame Auseinandersetzungen. 31 davon sind hochgewaltsame Konflikte, also ernsthafte Krisen oder Kriege.
Die Zahl der Konflikte hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen, wobei die Anzahl der Krisen, das heißt, Auseinandersetzungen mit sporadischem Gewalteinsatz, leicht abgenommen hat. Somit zeichnet sich eine leichte Entspannung ab.
Allerdings besteht kein Grund, die globale Situation zu verharmlosen. Insgesamt zeichnet sich eine besorgniserregende Verhärtung in vielen gewaltsamen Konflikten ab, da international weiterhin sechs Kriege geführt werden, von denen fünf bereits im Vorjahr Kriege waren. Die Kriege im Irak und in der Darfur-Region des Sudan werden sogar schon im vierten Jahr als Kriege gezählt.
Außerdem werden mehr als die Hälfte der ernsten Krisen schon seit mindestens einem Jahr auf einem hohen Gewaltniveau geführt.
Die am schwersten von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffene Region ist der Vordere und Mittlere Orient, da dort neben dem Irak- und dem Afghanistankrieg weitere acht ernste Krisen ausgetragen werden.
Die Lage in Afrika, wo im Vergleich zum letzten Jahr sechs hochgewaltsame Auseinandersetzungen weniger ausgetragen werden, hat sich etwas entspannt. In Europa wird in diesem Jahr zum ersten Mal seit rund 30 Jahren kein einziger hochgewaltsamer Konflikt gezählt, da sich die Lage in Tschetschenien etwas beruhigt hat.
Trotzdem kann man nicht davon ausgehen, dass die Welt international friedlicher geworden ist. Angesichts der sehr hohen Zahl der gewaltsamen Konflikte, zum Beispiel Überfälle oder Bombenanschläge, könnte der Rückgang der hochgewaltsamen Auseinandersetzungen als Indiz für einen Wandel in der Art und Weise der Konfliktaustragung gewertet werden. Denn die Anzahl der Krisen bleibt auch in diesem Jahr auf einem besorgniserregend hohen Niveau und viele der Auseinandersetzungen stellen ein erhebliches Eskalationspotential dar.
Autor:
VISAVIS-Redaktion Jennifer Walther
Weitere Informationen unter:
www.hiik.de
[19.12.2007, ] |
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