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Gesundheitswirtschaft
Engagement im Kampf gegen Kinderlähmung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert derzeit weltweit zu Spenden auf, um die Kampagne zur Bekämpfung der Kinderlähmung zu unterstützen und die Krankheit so endgültig eindämmen zu können. 200 Millionen Dollar wurden bereits von der Bill and Melinda Gates Foundation und von Rotary International gespendet.



Neue Impfprogramme sind der einzige Weg, die Krankheit dauerhaft zu bekämpfen. In den letzten 20 Jahren konnte auf diese Weise die Anzahl neuer Erkrankungen drastisch gesenkt werden. In Nigeria, Pakistan, Indien und Afghanistan tritt die Kinderlähmung jedoch noch immer epidemisch auf. Die Zahl der Kinder, die in den späten achtziger Jahren durch die Folgen der Krankheit gelähmt wurden, beläuft sich auf 360.000. Aktuell sind jährlich etwa 700 Kinder betroffen.

Da bisher alle Versuche zu einer endgültigen Eindämmung der Krankheit gescheitert sind, hat die WHO in diesem Jahr eine Kampagne gestartet und in diesem Zusammenhang ein größeres Engagement von der westlichen Welt gefordert. Ein Aufruf, dem die Bill and Melinda Gates Foundation und Rotary International nur zu gerne gefolgt sind. Die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, erklärte gegenüber der BBC, dass diese Spende zu einem wichtigen Zeitpunkt gekommen sei. „Die letzten Reste der Krankheit sind am schwierigsten zu bekämpfen und verursachen extreme Kosten.“ Auch sei diese Initiative genau der Katalysator, der gebraucht werde, um noch weitergehende finanzielle Unterstützung zu erhalten, da Impfprogramme in den Ländern, in denen die Kinderlähmung noch immer epidemisch auftritt, nur unter großen Schwierigkeiten durchgeführt werden können.

So verfügen die meisten der betroffenen Regionen über eine mangelhafte Gesundheitsversorgung. Die erkrankten Kinder sind oft nur schwer zu erreichen und mit den benötigten Medikamenten zu versorgen. Viele Eltern reagieren ablehnend auf die Hilfe, da sie zum einen oft nicht verstehen, wie und wie häufig das Medikament verabreicht werden muss, zum anderen kulturelle Barrieren die Zusammenarbeit erschweren. Zum Beispiel werden männliche Mitarbeiter der WHO von den konservativ eingestellten Frauen mit Misstrauen betrachtet und oft nicht ins Haus eingelassen, um die Kinder zu behandeln. Auch Gerüchte, dass die Impfungen den Kindern Schaden zufügen könnten, führen zu erheblichen Schwierigkeiten bei der effektiven Bekämpfung der Kinderlähmung.

Autorin:
VISAVIS-Redaktion Jennifer Walther

Weitere Informationen unter:
www.who.int
www.rotary.org
www.gatesfoundation.org [28.11.2007, ]


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