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Risikomanagement gewinnt an Bedeutung
Laut der internationalen Studie "Global Treasury Survey 2010" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ist die Aufmerksamkeit in den Vorständen für die Treasury-Abteilungen gestiegen. 80 Prozent der annähernd 600 weltweit befragten Treasurer teilen diese Ansicht. Allerdings verfügen nur 20 Prozent der Finanzabteilungen über mehr Budget als vor der Krise.

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die zentrale Bedeutung der Treasury-Abteilungen für die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung vielfach deutlich geworden. Gleichzeitig wurden in zahlreichen Treasury-Abteilungen Schwächen im Finanzrisikomanagement offengelegt. Mittlerweile stufen 82 Prozent der befragten Treasurer die Bedeutung eines wirksamen Kreditrisikomanagements als "hoch" oder "mittel" ein.
Auch klassische Risikomanagementgebiete, vor allem das Währungs- und Rohstoffrisikomanagement, haben an Bedeutung gewonnen. Die überwiegende Mehrheit der Treasurer sieht im Bereich Risikomanagement in den nächsten fünf Jahren das größte Potenzial zur Erhöhung des Wertbeitrags im Unternehmen.

Die PwC-Studie offenbart allerdings auch, dass sich die höhere Wertschätzung der geleisteten Arbeit nicht in jedem Fall auch zu einer angemessenen Ressourcenausstattung geführt hat: „In den Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Treasurer weit mehr ist als ein 'Kassenwart'. Allerdings fehlen im Treasury oft die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen, um wichtigen Aufgaben bei der Kontrolle von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen nachkommen zu können“, erläutert Thomas Schräder, verantwortlicher Partner für den Bereich Corporate Treasury Solutions bei PwC in Deutschland.

Als Lehre aus der Finanzkrise haben 40 Prozent der befragten Treasurer die Barmittel erhöht, während sich nur 25 Prozent für eine Reduzierung entschieden. 41 Prozent wollen mit einem globalen Cash-Pooling die Liquidität der Regional- und Landesgesellschaften im Konzern konzentrieren. So wollen sie zukünftig Liquiditätsengpässe vermeiden. „Das Motto 'Cash is King' rückte während der Finanzkrise besonders in den Fokus der Treasurer. Wer über eine zuverlässige Liquiditätsplanung verfügte, konnte Finanzierungslücken zeitnah erkennen und frühzeitig reagieren“, berichtet Thomas Schräder.
Eine weitere Änderung seit der Finanzkrise betrifft die Bankdarlehen: Sie bleiben zwar wichtigste Fremdkapitalquelle, haben in der Bedeutung jedoch leicht abgenommen. Dagegen verzeichnet die Ausgabe von Anleihen einen leichten Anstieg – auch dies eine direkte Folge der Krise, denn: Jeder 20. Treasurer gibt an, dass Langfristdarlehen von der Bank in der Zeit der Krise „überhaupt nicht“ zu haben waren.

Autorin:
VISAVIS-Redaktion Cornelia Hornschild

Weitere Informationen unter:
www.pwc.de/de/treasury2010 [21.07.2010, ]


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