Vermögende Kunden ziehen ihr Geld von Offshore-Bankenplätzen ab und sorgen dafür, dass die Gewinne der Banken im Geschäft mit vermögenden Kunden weiter im Sinkflug sind. Gleichzeitig vergrößert sich der Abstand zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Banken. Zwar konnte das von Banken in Europa verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) im Private Banking im letzten Jahr um zehn Prozent zulegen und erreichte wieder das Niveau von 2006. Jedoch fiel der Gewinn der Branche im Vergleich zum Jahr 2008 mit durchschnittlich 25 Prozent deutlich kleiner aus. Gegenüber 2007 sind die Gewinne der Branche damit um die Hälfte zurückgegangen.
Zu diesem für Großbanken enttäuschenden Ergebnis kommt die aktuelle European Private Banking Survey 2010 von McKinsey & Company.
„Die Restrukturierung des Private Banking hat begonnen. Die Gewinne der Branche haben einen Tiefpunkt erreicht. Gründe dafür sind vor allem der verschärfte Wettbewerb um Kundeneinlagen und die stark reduzierte Aktivität der Kunden im Wertpapiergeschäft. Die Krise zwingt die Banken, ihr Geschäft mit vermögenden Privatkunden neu auszurichten. Der Abstand zwischen erfolgreichen Banken und den weniger erfolgreichen Instituten wird größer. Die Zeiten des einfach verdienten Geldes im Private Banking sind vorbei“, stellte Jens Hagel, Partner und Co-Autor des European Private Banking Survey 2010 von McKinsey, mit Blick auf die Ergebnisse der Studie fest.
McKinsey & Company befragte für die Studie 160 Banken mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen in 40 Ländern. 105 Geldinstitute kamen aus Europa. Analysiert wurden die Finanzdaten des Geschäftsjahres 2009 sowie qualitative Daten zu Organisation, Produkt- und Serviceangebot, Beratungsmodell sowie Risikomanagement.
Autor:
VISAVIS-Redaktion Oliver Hammel
Weitere Informationen unter:
www.mckinsey.de
[20.07.2010, ]